Für einen Tag den Arbeitsplatz wechseln, neue Aufgaben kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen: Diese Möglichkeit bot der bundesweite Aktionstag „Schichtwechsel“ am Donnerstag, 24. September 2026.
Auch die Wernberger Werkstätten der Dr. Loew Sozialen Dienstleistungen beteiligten sich. Menschen mit und ohne Behinderungen erhielten dabei wertvolle Einblicke in unterschiedliche Arbeitswelten und lernten die Arbeitsrealität des jeweils anderen kennen.
In den Wernberger Werkstätten waren Erster Bürgermeister Konrad Kiener, Zweite Bürgermeisterin Maria Schlögl und Dritter Bürgermeister Dieter Rosenberg zu Gast. Ebenfalls mit dabei waren Christian Straub von machine-shop und Steffi Luber vom Überbetrieblichen Bildungszentrum in Ostbayern (ÜBZO). Sie lernten den Werkstattalltag kennen und hatten Gelegenheit, mit den Beschäftigten über ihre Aufgaben und Erfahrungen zu sprechen.
Für Beschäftigte der Wernberger Werkstätten führte der Arbeitsplatztausch wiederum ins Rathaus, in einen Kfz-Betrieb, zum Bauhof oder zu BAM GmbH in Weiden. Dort lernten sie andere Tätigkeiten und Arbeitsabläufe kennen, sammelten Erfahrungen außerhalb ihres gewohnten Umfelds und knüpften Kontakte zu den Mitarbeitenden vor Ort. Der Wechsel bot die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten in einem anderen Arbeitsumfeld zu erleben und neue Interessen zu entdecken.
Werkstätten als Anker und Sprungbrett
Florian Dotzler, Leiter für Arbeit und Beschäftigung bei Dr. Loew Soziale Dienstleistungen bedankte sich bei allen Beteiligten für ihre Offenheit und die Bereitschaft zum Tausch. Er ist sehr dankbar, dass die Aktion in dieser Form zustande gekommen ist. Besonders wichtig sei es, Persönlichkeiten der Region Einblicke in die Arbeit der Wernberger Werkstätten zu geben und deren Bedeutung für die Beschäftigten sichtbar zu machen.
Werkstätten tragen maßgeblich zur Teilhabe am Arbeitsleben bei, betonte Dotzler. Sie seien Anker und Sprungbrett zugleich: Einerseits bieten sie Halt, Orientierung und verlässliche Unterstützung. Andererseits eröffnen sie Möglichkeiten, Fähigkeiten weiterzuentwickeln und neue berufliche Wege zu gehen. Damit unterstützen sie die Beschäftigten dabei, ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden und zu gestalten.
Wie wertvoll der persönliche Austausch sein kann, zeigte sich im Verlauf des Aktionstags. Nicht nur die jeweiligen Tätigkeiten standen im Mittelpunkt, sondern auch das gegenseitige Kennenlernen, gemeinsame Gespräche und das Miteinander. Die Beteiligten zeigten sich von den Begegnungen angetan. Auf beiden Seiten entstanden neue Eindrücke und Erfahrungen. Zugleich bot der Schichtwechsel Gelegenheit, den Blick für die Fähigkeiten und Potenziale von Menschen mit Behinderungen zu öffnen.
Mit ihrer Teilnahme waren die Wernberger Werkstätten Teil einer bundesweiten Aktion mit erneuter Rekordbeteiligung. Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen machten rund 400 Werkstätten und etwa 5.000 Menschen mit, darunter rund 3.000 Werkstattbeschäftigte und 2.000 Mitarbeitende des allgemeinen Arbeitsmarktes.
Der nächste bundesweite „Schichtwechsel“ findet am 23. September 2027 statt. Dann heißt es erneut: Arbeitsplätze tauschen, Erfahrungen sammeln und neue Perspektiven entdecken.
